Da habe ich mir doch das OpenSuSE 10 aus dem Netz gezogen (5 CDs) und installiert. Bin ein Linuxfan, habe aber keine Lust, groß rumzuschrauben am System. Nun habe ich ja gelesen, dass das neue OpenSuSE so einfach zu installieren sei wie ein Windows XP! Toll. Ich schmeisse die erste CD ins Laufwerk und die Installationsorgie beginnt. Nach knapp eineinhalb Stunden ist alles installiert. Habe genug Plattenplatz gehabt. Bestens. GRUB, der SuSE-Bootloader, hat sich eingeklinkt und läßt mir die Wahl zwischen SuSE 10 oder Windows XP. Ein Klick auf SuSE 10 fährt mein neues Linuxsystem hoch. Alles verläuft ohne Zwischenfälle. Ich befinde mich auf dem KDE-Desktop. Prima. Keine Hänger, keine ungewollten Neustarts - was will ich mehr. Bis hierhin war es wirklich problemlos.
Als Musik- und Videofan mache ich mich gleich über die Multimediatools her. Na, schauen wir mal, ob sich meine MP3-Sammlung abspielen lässt. Der neue Stern am Linux-Audio-Abspielehimmel nennt sich amaroK. Ein MP3-Stück angeklickt und schon - tut sich nichts! Wie bitte? Kann doch wohl nicht wahr sein! Nun gut, dachte ich, vielleicht liegt es ja daran, dass ich direkt auf eine FAT32-USB-Festplatte zugreife. Kann sein, dass amaroK das überhaupt nicht mag. Idee: Ich rippe mal schnell von einer Audio-CD ein Stück, kodiere es unter Linux ins MP3-Format. Dann wird's schon klappen. Da bietet OpenSuSE 10 zum Beispiel Grip oder den CD-Ripper an. Prima, wenn man Alternativen hat ;-)
Von Grip habe ich bereits gehört, also rufe ich das Teil auf. Die Audio-CD wird natürlich NICHT beim ersten Mal erkannt. Ich muss zunächst den Eintrag für die offene Audio-Datenbank "CDDB" ändern. Ein erneuter Aufruf von Grip bringt mich diesbezüglich zum Ziel. Na bitte. Ich will das Tool nicht gleich überfordern und wähle ein Stück aus, dass ich zunächst rippen und dann kodieren lassen möchte. Mit einem Klick auf "Rippen und Kodieren" geht es auch schon los. Geht recht fix. Ich gehe in das Verzeichnis, wo das Programm die Datei abgespeichert hat und finde eine OGG-Datei vor, nichts ist mit MP3. Was soll das denn? Ein genauer Blick in das Programm "Grip" lüftet das Geheimnis: Der Kodierer ist auf OGG voreingestellt. Aber: Eine Einstellung für MP3 ist gar nicht vorhanden! Für alle Linux-Anfänger sei an dieser Stelle verraten: SuSE packt den LAME-Encoder (gängister MP3-Encoder!) nicht mehr mit dazu - aus lizenztechnischen Gründen. Was jetzt folgt, lässt eigentlich jeden noch so ambitionierten Anfänger in Sachen Linux ganz schnell zu Windows XP reumütig zurückkehren: Ihr müsst den Quellcode von LAME aus dem Netz ziehen und ihn für euer System kompilieren! Da fragt sich der Windowsnutzer: "Kompilieren? Was ist denn das? Kommt das von 'kompliziert'?" Könnte man so sehen. Denn nun muss der Linux-Newbie sich auf der Konsole als Admin anmelden, denn sonst geht da überhaupt nix. Und schon das nächste Problem: Konsole? Hä? Was ist denn das jetzt?
An dieser Stelle breche ich mal ab mit der Erläuterung weiterer Details. Kurzum: Ich bin schon ein etwas gewiefterer Linux-User und habe den Codec kompiliert und installiert bekommen. Nur leider spielt amaroK den MP3-File immer noch nicht ab. Eine Anfrage per Google bringt Licht ins Dunkel: Der amaroK unter OpenSuSE 10 braucht etwas Nachhilfe, bis er eine MP3 abspielt. Das sagt zumindest http://f24.parsimony.net/forum54930/messages/65122.htm.
Nachdem ich auch diesem Rat folge und alles brav nachinstalliere, spielt amaroK MP3s ab. Toll, nicht wahr? Das nenne ich Abenteuer. Windows XP ist doch langweilig. Du installierst es, rufst bei zu installierenden Programmen die "setup.exe" auf, dann läufts. Ach ja, Windows verschont dich auch mit irgendwelchen Abhängigkeitskonflikten während der Installation. Das beherrscht Linux in Perfektion! Aber wie sagte schon Konfuzius: "Ohne Fleiß kein Preis!" Oder war es doch mein Opa? Egal. Ich tune natürlich mein OpenSuSE 10 weiter. Wäre doch gelacht, wenn es nicht all das tut, was mein XP ohnehin schon kann :-)))
Bis bald,
euer MrNiceGuy
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