Samstag, September 19, 2015

Sony verprellt treue Kunden

Da bin ich wieder. Nach Jahren der Blogabstinenz finde ich mal wieder ein wenig Muße, einen Post zu verfassen. Worum geht es dieses Mal? Um die Playstation 4. Vielmehr um die PS 4 meines Sohnes. Klar, alle Spieleverrückten und Besitzer der Vorversion PS 3 fieberten der neuen Konsole entgegen. So auch mein Sohn.

Objekt der Begierde: Playstation 4
Das Teil hatte er gut ein Jahr und dann das: Das Laufwerk machte Zicken. Spiele wurden nach spätestens 20 Minuten rausgeschmissen. Ein kurzer Blick ins Internet führte sehr schnell zu dem Problem, mit dem mein Sohn nicht allein war. Sony hatte dazu eigens einen Workaround auf YouTube gestellt:


Leider funktionierte dieser Workaround aber nicht bei der PS 4 meines Sohnes. Also rief er beim Support an. Auf die Nachfrage, wann das Gerät gekauft wurde, kam dann prompt die Antwort: "Ihr Gerät ist leider aus der Garantie raus. Sie können die PS 4 aber einschicken. Die Reparatur kostet Sie 200 €." Sauber, Sony: ein Gerät auf den Markt werfen, bei dem nach gut einem Jahr die wichtigste Einheit, nämlich das BluRay-Laufwerk, den Geist aufgibt. Qualität geht anders!

Mein Sohn ist Playstation-Spieler der ersten Stunde. Er besaß die PS One, die PS 2, die PS 3 und die PS 4. Doch damit ist jetzt Schluss, liebe Sony! Er war so sauer, dass man ihm nicht im geringsten entgegenkommen wollte, also packte er das Teil in die Originalverpackung mitsamt den Spielen, schnappte sich auch gleich noch die XBox 365, fuhr zu GameStop, verkaufte das "Päckchen" und holte sich dort eine nagelneue XBox One.

Die Konkurrenz: Microsofts XBox One


Liebes Sony-Team, das kommt dabei heraus, wenn man treue Kunden vergrault. Das Schlimme dabei: es macht dem Konzern nichts aus! Nicht die Bohne. Wer mal auf die Facebook-Seite von Sony Deutschland geht und sich dort Kommentare von Kunden durchliest (Klick auf den Eintrag "Besucher-Beiträge"), die sich dort sehr unzufrieden über den Support, die mangelnde Kulanz äußern, erhalten stets eine stereotype Antwort: "Das tut uns sehr leid und wir bedauern, blablabla. Aber ...."! Selbst im Zeitalter der sozialen Medien, wo sich jeder im Grunde öffentlich beschweren kann, scheint in diesem Fall der Kunde machtlos zu sein. Und so entlädt sich der Frust über das Produkt und den Hersteller im Kauf eines Konkurrenzproduktes. Das ist die gute, alte Schule.
Ob das dann letztlich qualitativ besser ist, bleibt abzuwarten. Ein gutes Jahr muss die XBox zumindest durchhalten ...

Freitag, Juni 04, 2010

Generation 60+

Mein Vater ist tapfer. Und er ist unermüdlich. Jeden Tag aufs Neue stellt er sich seinem Notebook, Windows 7, Office, Internet Explorer, Firefox oder auch Chrome. Er nutzt E-Mail, um mit Familie, Freunden und Bekannten In Kontakt zu bleiben. Mein Vater ist 74! Ich finde das allerhand. Zumal das Notebook nicht unbedingt sein Freund ist ... Im Gegenteil: Es mutet ihm Dinge zu und wirft Probleme auf, die er ohne dieses Dingen nicht hätte ;-) Doch er hat ja mich. Bei Problemen kann ich ihm meist weiterhelfen. Wie letztens: Mein Vater war der Meinung, er müsse sich einen neuen Drucker zulegen.

Gesagt, getan. Auf zu MediaMarkt (ist sein Laden :-)), zielstrebig die Druckerabteilung aufgesucht und einen HP OfficeJet 4500 gekauft.
Nun, kaufen ist das eine. Anschließen und zum Laufen zu bringen aber das andere. Dabei war mein Vater noch so pfiffig, den Verkäufer bei MM zu fragen, ob denn auch eine Treiber-CD für Windows 7 dabei sei. "Natürlich", versicherte ihm der Mann. Und das stimmte auch. Was mein Vater aber nicht so ganz mitbekommen hat, ist die klitzekleine Tatsache, dass auf seinem Notebook Windows 7 in der 64bit-Version installiert ist. Das habe ich ihm zwar kurz nach Kauf dieses Teils erläutert. Aber, hey, was erwarte ich von einem 74-jährigen Mann, der froh ist, dass er das Gerät halbwegs bedienen kann. Soll er sich allen ernstes auch noch schlau machen, was es mit 32- und 64bit auf sich hat? Ich Vollpfosten.
Die Win7-Treiber- bzw. Software-CD war dabei. Soweit war die Information des Verkäufers vollkommen korrekt. Aber natürlich NICHT in der 64bit-Version. Also klappte das mal nicht so mit der Installation des Multifunktionsgerätes.
Ein Anruf beim "Support" (das bin stets ich!) sollte zum gewünschten Erfolg führen. Meine erste Frage, nachdem er mir erklärte, dass die Installation gänzlich fehl schlug, lautete: "Hast Du denn einen 64bit-Treiber für das Gerät?" Betretenes Schweigen am anderen Ende der Leitung. Nach ein paar Sekunden hatte mein Vater die Fassung wieder erlangt. "Wie? Was? 64bit? Wieso? Habe gefragt, ob eine Windows-7-Treiber-CD dabei sei." "Ja, ja", erwiderte ich. "Das war schon der richtige Schritt. Nur erinnerst Du Dich, als ich Dir sagte, dass Du jetzt ein 64bit-Windows-7 auf Deinem Rechner hast?" Natürlich wusste er nichts mehr davon. Wie auch? Wovon man keinen blassen Schimmer hat, was einem sein Gegenüber gerade erzählt, da tut man lieber so, als ob alles klar sei, nickt höflich und wissend. Gut ist.
"OK, dann musst Du Dir jetzt die Software bei HP von der Webseite herunterladen. Dann sollte es funktionieren." Kaum hatte ich diesen heißen Tipp ausgesprochen, fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren: Mein Dad wohnt sehr ländlich. Seine Internetleitung bewegt sich im Rahmen von 384kbit Downloadstream. Die HP-Datei war locker über 300 MB groß. Sehr wahrscheinlich würde er jetzt noch vor dem Rechner sitzen und auf die Datei warten, wenn mir nicht die geniale Idee gekommen wäre, diese Datei für meinen Vater Zuhause herunterzuladen, sie auf eine CD zu brennen und ihm diese dann per Post zu schicken. Klar, das dauerte bestimmt länger, als wenn er selbst zwei Tage für das Herunterladen gebraucht hätte. Aber er hat ja obendrein noch eine Volumenbegrenzung bei seinem Provider! Ob diese ausgereizt war, wusste ich nicht. Also ging ich lieber auf Nummer Sicher.

Die CD kam dann auch an, und mein Vater machte sich sofort daran, einen erneuten Installationsversuch zu starten. Wieder ein Fehlschlag. Nun weiß ich nicht genau, woran es dieses Mal lag. Kann natürlich sein, dass mein Vater nicht registriert hatte, dass die Datei auf der CD eine sich selbst entpackende Exe-Datei war, die sich zunächst in einen vordefinierten Ordner entpackte und erst dann "setup.exe" aus diesem Ordner heraus gestartet werden konnte. Egal. Es half in diesem Falle nur die Vor-Ort-Betreuung.

Also raus aufs Land. Mein erster Eindruck vom Drucker: nicht schlecht. Hat Vati sich mal wieder etwas gegönnt. Schade, dass er den Luxusschlitten bis dato nicht fahren konnte. Ich machte mich also ans Werk. HP-Datei in einen Ordner entpackt, den ich definierte. Den voreingestellten hätte man im Leben nicht wieder gefunden. Dann die "setup.exe" aufgerufen und - "Sie verwenden nicht das korrekte Betriebssystem. Sie brauchen Windows 7 64bit!", erschien es auf dem Bildschirm. "Wie bitte? Willst Duch mich, liebe Installationsroutine, ver*****??", fluchte ich zurück. Und Du kennst diese Momente, in denen Du anfängst, mit dieser verblödeten Kiste zu sprechen, sie zu verfluchen und ihr natürlich zeigen willst, wer der Boss ist? Ich setze Linux seit SuSE 4.0 ein, ich kenne so ziemlich alle Linux-Derivate von SuSE über Ubuntu bis hin zu Fedora etc. Ich erstelle Webseiten, fahre auf meinem MacBook in einer Virtualisierungsumgebung Win XP sowie Ubuntu 10.04. Und Du, Windows-7-Notebook-Wicht, willst mich herausfordern? Nimm dies! Und ich machte den rechten Mausklick auf die "setup.exe" und wählte den Eintrag "Als Administrator ausführen". Und siehe da, plötzlich schnurrte die Installation wie ein Kätzchen. Alles wurde installiert, selbst die Drahtlos-Druckfunktion konnte ich implementieren (Wäre übrigens der nächste Hürdenparcour für meinen alten Herrn geworden, wobei ich mir sicher war, dass er überhaupt nicht wusste, dass dieser Drucker drahtlos-tauglich war). Alles lief danach bestens. Und mein Vater kann jetzt drucken, ohne mit dem Teil per USB verkabelt zu sein, was ja bei Nutzung eines Notebooks richtig viel Sinn macht.

Doch mal ehrlich: Ist das nicht ein Wahnsinn? Das ist also die Vielerorts immer wieder beschworene "einfache Installation" von Hardware? Eine Frechheit ist das. Das hängt doch jeden Normalnutzer ab! Egal, ob 74 oder 30. Wer keine Ahnung von der Materie an sich hat, der ist auf verlorenem Posten.

P.S: Nachdem der Drucker installiert und im WLan eingebunden war, rief ich auf meinem MacBook Pro ein Dokument auf, drückte die Tastenkombi "cmd"+"P" (ruft den Druckbefehl auf). Sofort konnte ich diesen Drucker auswählen und das Dok drucken! Keine weitere Treiberinstallation nötig oder sonst irgendeinen Krampf zu stemmen. Hallo Windows/Microsoft? Merkt ihr was?

Mittwoch, Mai 26, 2010

Klammheimlich



Mein letzter Blogeintrag beschäftigte sich mit dem neuen Macbook und meine Entscheidung, mir ein Macbook Pro zuzulegen. Dieses Vorhaben habe ich nun in die Tat umgesetzt. Das Macbook Pro 13" ist bestellt.

Und als ich auf der Appleseite nach dem Macbook Pro Ausschau hielt, fiel mir auf, dass Apple schon wieder mit dem Banner "Neu" warb - für das Einsteiger-Macbook. Doch nun kostete und kostet es 999 Euro! Noch vor gut einem Monat lag dieses Macbook bei 899 Euro. Was, bitteschön, ist denn hier passiert? Klammheimlich, still und leise hat Apple sich entscheiden, das Einstiegsmodell aufzurüsten und es gleich um 100 Euro teurer zu machen als noch das Gerät vor einem Monat.

Die Leutchen aus Cupertino spendierten dem Einstiegs-Macbook jetzt den Nvidia 320M-Grafikchip (vorher: 9400M) sowie einen Akku mit einer Maximallaufzeit von 10 Stunden. Beide Komponenten finden sich auch im Macbook Pro. Der 320M-Grafikchip von Nvidia kann auch Rechenoperationen mitübernehmen und somit den Hauptprozessor entlasten. Zudem ist er nochmal energieeffizienter als sein Vorgänger und verspricht einen Geschwindigkeitsvorteil. Auch setzt Apple nun den Core 2 Duo 2,4 GHz-Prozessor von Intel ein - wie beim Macbook Pro 13".
Das "neue" Macbook hat aber nach wie vor die 250 GB-Festplatte sowie 2 GB RAM verbaut. Wer hier auf 4 GB aufrüsten möchte, muss nochmal 90 Euro auf die 999 Euro draufzahlen und liegt somit schon bei 1089 Euro (Apple Onlineshop). Kleiner Tipp: Das Einsteiger-Macbook gibt es bei notebooksbilliger.de bereits für 929 Euro ( 2GB-RAM-Variante). Die 4-GB-RAM-Variante kostet 1.049 Euro.



Doch stopp: Das aktuelle Macbook Pro 13" gibt es in der 4-GB-RAM-Version mit SD-Card-Slot, Firewire-Anschluss, beleuchteter Tastatur, Aluminiumgehäuse und eben den sonst identischen Komponenten für 1.149 Euro im Appleshop. Und bei notebooksbilliger.de ist es sogar für 1.089 Euro erhältlich! Das bedeutet, Du erhältst das hochwertigere Macbook Pro 13" zum gleichen Preis, wenn Du den Preis im Apple-Onlineshop für das Macbook mit 4 GB RAM zugrunde legen würdest! Da stellt sich für mich dann nicht mehr die Frage, zu welchem Gerät ich greife! Mir stellt sich aber sehr wohl die Frage, was sich Apple dabei gedacht hat? Wofür ist denn dann das Einsteiger-Macbook noch auf dem Markt. Mir erschließt sich der Vorteil nicht. Beim Preis von 899 Euro (Apple Onlineshop) für das Macbook gegenüber 1.149 Euro für das Macbook Pro habe ich ja noch den Sinn erkannt: Etwas schwächere Komponenten machten dann auch den preiswerteren Einstieg aus. Aber jetzt? Hofft Apple, den potenziellen Käufer direkt zur Pro-Variante lenken zu können? Dann, liebe Apples, spart euch die Produktion des Macbook und macht die Pro-Variante um 100 Euro billiger. Das wäre fair und nachzuvollziehen, wohin die Reise hingeht. Denn in der momentanen Ausstattung kann ich doch das Macbook nicht ernsthaft in Erwägung ziehen als Alternative zum Macbook Pro 13".

Sonntag, April 04, 2010

Glaubenskrieg?

Mein Sohn ist 14 Jahre alt. Und wie sein alter Herr ist er ein ziemlicher Nerd, was PC und Unterhaltungstechnik angeht. Nun steht die Konfirmation ins Haus. Und natürlich stellt sich meinem Sohn nur eine Frage. Nein, nicht die nach dem geeigneten "Konfispruch". Das war in einer Minute erledigt. Er fiebert eher der Frage entgegen: "Bekomme ich genug Geld zur Konfirmation geschenkt, um mir ein ordentliches Notebook zu kaufen?" Unter "ordentliches Notebook" versteht er ein Macbook und zwar dieses! Und schon wären wir beim Thema "Glaubenskrieg". Es hat nichts mit der Konfirmation zu tun. Die Frage nach dem Glauben ist da schon hinreichend geklärt.
Nein, hier geht es um die Frage, ob ein Macbook wirklich nötig ist oder eben nicht. Eins ist klar: Betrachtet man die reine Hardware, so scheint jedes Notebook um die 500 Euro besser ausgestattet zu sein als das Einsteiger-Macbook für 850 Euro. Von der Warte aus betrachtet sollte der Kopf die Entscheidung zugunsten des Windows-Notebooks treffen.

Der Tag der Konfirmation ist vorbei, das Macbook ist im Haus. Mein Sohn hat sich das Teil gegönnt. Das Geld reichte ;-) Und es hat eben die schlichte Kopfentscheidung nicht gereicht. Einige Besuche beim MediaMarkt führten zur Pro-Macbook-Entscheidung. Dort steht die Macbook-Familie stets zum Test bereit. Look&Feel, Einfachheit in der Bedienung, Geschwindigkeit beim Hochfahren des Betriebssystems, Geschwindigkeit beim Arbeiten, lange Akkulaufzeit etc. standen am Schluss ganz deutlich auf der Haben-Seite gegenüber einem Windows-Notebook. Das Macbook macht einfach Spass. Alles funktioniert sofort, die Hardware scheint sauber mit der Software abgestimmt. Kein Holpern, kein Stolpern. Rechner hochfa
hren (max. 15 Sekunden) und los geht's. Für jahrelange Windowsnutzer schlichtweg eine Offenbarung. Doch die Wunderwaffe ist das Multifunktionspad. Das Teil trägt klar die Handschrift genialer Apple-Entwickler, die scheinbar selbst mit den hauseigenen Geräten arbeiten. Das Gefühl hat man bei Windowsrechnern nicht immer unbedingt. Mit Zeige- und Mittelfinger scrollen, Bildausschnitte zoomen, Objekte drehen etc. Und die Fläche des Pads ist ausreichend groß, so dass keine Fingerakrobatik von Nöten ist. Ein weiteres Highlight des Einsteiger-Macbooks: die integrierte Webcam. Das Teil liefert eine Qualität, die ich so bisher noch nicht erlebt habe bei integrierten Cams. Via Skype sendet die Webcam ein gestochen scharfes Bild.
Die vorinstallierte Software iLife mit den Produkten iPhoto, iMovie, iWeb, iDVD sowie GarageBand ist top. Hier hat meiner Meinung nach die Windowswelt nichts adäquates zu bieten, es sei denn, man gibt eine Menge Geld aus. Zusätzlich hat mein Sohn
noch die Officesuite iWorks gekauft, das Pendant zur Microsoft-Office-Suite - nur mal wieder etwas genialer gelöst. Und das für weniger Geld! Bei Amazon ist das Paket für € 65,90 erhältlich: http://bit.ly/bBZyJK. Zum Vergleich: MS Office 2008 für Mac kostet € 88,50: http://bit.ly/bENvb2 in der Schüler- und Studentenversion.

Leider aber kommt man so ganz ohne Windows doch nicht aus. Auch mein Sohn nicht. Er hat ein paar Lernprogramme von Cornelsen. Die laufen nur unter Windows. Deshalb hatten wir zunächst via Bootcamp Windows zusätzlich zu MacOS X auf dem Macbook installiert. Der Nachteil: Man muss sich stets beim Booten zwischen Windows oder MacOS X entscheiden. Das mag man nicht, wenn ma einmal auf den Macgeschmack gekommen ist.
Jetzt haben wir folgende Variante gewählt: VirtualBox 3.1.6 für OS X hosts. Mit dieser Virtualisierungssoftware kannst Du Windows XP, Vista oder sogar 7 in einer Macumgebung laufen lassen, ohne eben MacOS X verlassen zu müssen. Ist jetzt alles eingerichtet, passt und läuft. Somit wäre auch das Problem ganz schlank und entspannt gelöst.

Für mich ist eins klar: Mein nächstes Notebook ist auch ein Macbook. Dauert wohl noch etwas, aber diese Entscheidung steht fest.

Sonntag, Januar 24, 2010

Versatel: Eine Chronik der Inkompetenz

Seit Monaten habe ich bei der Versatel einen Telefon-/DSL-16 MBit-Flatrate-Vertrag. Ich erhielt einen Anruf vom Kundenvertrieb, der mir die einmalige Gelegenheit eröffnete, meinen bestehenden 6MBit-Vertrag in einen 16-MBit-Vertrag umzuwandeln zum gleichen Preis. Allerdings, so die Auskunft, seien nur maximal 10 MBit machbar. Da könne man mir eine stabile Leitung garantieren.
Ich sagte mir: "Ok, vorher hatte ich eine 6 MBit-Leitung zu diesem Preis. Wenn es denn nun 10 sind, ist mir das nur recht. Wird ja wohl irgendwann eine höhere Leistung erzielen können, diese Leitung."
Vor ca. 2 Wochen dann surfte ich auf der Versatel-Homepage vorbei und stellte fest, nach Eingabe der Postleitzahl und Straße, dass bei mir 16 MBit funktionieren müssten. Also: Anruf bei der Hotline und mal kurz fallen lassen, dass ich nun schon seit Monaten für eine 16-MBit-Leitung zahle, aber lediglich 10 MBit empfange bzw. geschaltet ist.
Das hätte ich lieber gelassen, denn nun nahm das Elend seinen Lauf:
Die Versatel-Technik legte den Schalter um und zack hatte ich eine 7,5-MBit-ADSL-1-Verbindung. Operation gelungen, Patient tot.
Ein Anruf von der Technik ließ mein Blut in Wallungen geraten: "So wie es scheint, unterstützt ihr Endgerät kein ADSL2. Daher kann ich nicht mehr als die 7,5 MBit schalten", klang es aus dem Telefonhörer. "Guter Mann", erwiderte ich, "das kann nicht sein, denn vor Ihrem Eingriff hatte ich 10 MBit auf einer ADSL2-Leitung. So etwas sagt mir meine FritzBox!"
"FritzBox" war dann das Stichwort: "Ach, setzen Sie denn nicht die von uns original mitgelieferte Hardware an Ihrem Anschluss ein?" "Nein", antwortete ich. "Die taugt und kann nichts!" Ich möchte die Konversation an dieser Stelle nicht weitergeben, da im Verlauf derselben meinerseits recht unschöne Worte fielen, die ich hier nicht erneut wiederholen möchte. Nur soviel: Die andere Stimme am Telefon machte mir klar, dass, solange ich nicht die Originalhardware anschließe, mir auch kein Support im Rahmen des Vertrages zustehen würde. Auch mein Hinweis, dass Versatel ja eigens auf ihrer Homepage genau meine FritzBox 7270 an Endkunden verkaufen würde, verhallte kläglich. Denn: "Tja, Sie haben die FritzBox aber nicht bei uns gekauft, wie Sie mir sagten."
Gut, technisch gesehen haben die Versatel-Hotline-Mitarbeiter den größten Blödsinn von sich gegeben, vertragsrechtlich waren und sind sie wohl im Recht.
Also habe ich die Originalhardware angeschlossen und siehe da, die Werte blieben die gleichen. Welch ein Wunder, welch eine Überraschung. Wie konnte das wohl sein? ....
Ein erneuter Anruf bei der Hotline brachte nur noch ein erstauntes "Mmmh, was kann das denn sein" hervor. Ich entgegnete: "Nochmal: Sie haben an der Leitung, an dem Port herumgefuchtelt. Seit dem ist die Verbindung auf 7,5 MBit gerutscht!" Der Techniker am anderen Ende der Leitung war wohl mit seinem Latein am Ende und bot mir an, einen Techniker zu mir heraus zu schicken. "Falls er aber herausfindet, dass es an Ihrer Endgerätekonstellation liegt, müssen wir Ihnen das in Rechnung stellen!" Natürlich. Am Ende, das wissen wir alle, ist der Kunde nicht König, sondern der Dumme. Egal. Ich war mir meiner Sache sicher, dass es an der verkorksten Leitung lag.
Der Tag der Wahrheit war da. Freitag, nicht der 13te, sondern der 29te! Der Techniker der Versatel trudelte ein. Auf dem Weg zum Tatort schilderte ich ihm, was bisher passiert war. Seine erste Reaktion: "Was? Das, was Sie mir hier schildern, hätte ich sehr wahrscheinlich per Telefon erledigen können!" Seine zweite Reaktion, als er meine FritzBox 7270 sah: "Oho, feines Gerät haben Sie da. Die kann ja sozusagen alles!" Ach nee. Ich sagte ihm, dass die Kollegen an der Hotline sich strikt geweigert hätten, darauf einzugehen. Sie bestanden darauf, dass ich die Originalhardware wieder anschließe.
Er rief seinen Technikkollegen an und brachte es nochmal an den Tag: Es ist das falsche Profil für meinen Account eingestellt. Nach mehreren Versuchen steht die Leitung wieder. Doch Moment: Es ist wieder "nur" eine 10,5-MBit-Leitung: "Mehr würde ich nicht einstellen wollen, denn dann wird die Verbindung instabil", erklärte mir der Techniker. Das war nun für mich der Zeitpunkt, an dem ich beschloss, diese Chronik der Inkompetenz zu dokumentieren. Versatel ködert also auf seiner Homepage potentielle Kunden in meiner Straße mit dem Versprechen, eine 16-MBit-Leitung zur Verfügung stellen zu können. Praktisch sieht es dann so aus, dass aus den 16 MBit knappe 11 MBit werden. Aber der Provider ist rechtlich gesehen aus dem Schneider, denn laut Vertrag garantiert Versatel bis zu 6 MBit. Der Rest ist Zugabe. Doch fairerweise muss man sagen, andere Anbieter sind da keinen Deut besser!
Ein Anruf bei der Telekom ließ mich wissen, dass mit einem Telekom-Anschluss wohl 16 MBit drin seien. Aber das behauptete die Versatel-Webseite auch ;-). Mal sehen, zu welchem Provider es mich treiben wird. Versatel reicht mir jedenfalls. Kleiner Tipp noch: Den Vertrag um Gottes Willen nicht einfach kündigen. Denn dann fallen die zugewiesenen Telefonnummern nach Beendigung des Vertrags weg. Immer einen Wechselvertrag beim neuen Anbieter anstreben. Der setzt sich dann mit dem Vorgänger auseinander, der dann nämlich die Rufnummern herausgeben muss!

Aber wie heißt es so schön? Wenn Du denkst, es geht nicht schlimmer, schlimmer geht immer! In diesem Sinne: frohes Surfen.

Freitag, August 21, 2009

SuSE 11.1 und KDE 4.3

Ich kann die Finger nicht von Linux lassen. Und ich kann es schon gar nicht lassen, jedes neue System, was da gerade auf den Markt kommt, auszuprobieren. In diesem Fall habe ich mich SuSE 11.1 mit dem neuen KDE 4.3 gewidmet. Die letzte Begegnung mit SuSE hatte ich in der Version 10 (s. auch meinen Blogeintrag vom Nevember 2005). Da sind dann doch einige Jahre ins Land gezogen. Wer eine halbwegs schnelle DSL-Verbindung hat, dem sollte die SuSE 11.1 KDE 4.3 Live-CD für die Installation reichen. Hier bekommt ihr sie als ISO-Download: http://home.kde.org/~binner/kde-four-live/KDE-Four-Live.i686-1.3.0.iso. Wenn die Datei auf eurem Ich-habe-nur-Windows-drauf-Rechner heruntergeladen ist, müsst ihr diese ISO-Datei noch auf eine CD-Brennen.

Das beherrscht eigentlich j
ede halbwegs vernünftige Brennsoftware. Und ganz nebenbei: Es muss keinesfalls immer Nero sein. Ein CDBurnerXP erledigt die Nummer auch im Schlaf und ist um einiges schlanker als Nero. Guckst Du hier!
Ist dann die CD erstellt, so legt sie in euer CD/DVD-Laufwerk, beendet Windows und startet den Rechner neu. Natürlich müsst ihr die Bootreihenfolge eures Rechners so eingestellt haben, dass er von dem CD/DVD-Laufwerk als erstes hochfährt! Das ist ganz wichtig und die Grundvoraussetzung für das Abenteuer SuSE 11.1 KDE 4.3.

Ich mache jetzt einen Riesensprung und gehe davon aus, dass ihr die Live-CD starten konntet, der SuSE-KDE-4.3-Desktop hochfuhr und ihr aus dieser Live-Umgebung heraus SuSE 11.1 mit KDE 4.3 auf eurem Rechner installieren konntet. Falls ihr da noch Fragen habt, schaut mal bei openSuSE vorbei. Und natürlich müsst ihr auch Platz auf eurer Platte für SuSE schaffen. Wie das gemacht wird, möchte ich hier auch nicht weiter ausführen - würde ebenfalls den Rahmen sprengen. Bei openSuSE gibt es eine Installationsdokumentation. Wie man Platz auf einer Festplatte für openSuSE schafft, verrät euch beispielsweise dieser Artikel. Es dreht sich hier zwar um die Version 10.3, aber das Prinzip hat sich nicht geändert.

Nach diesem kurzen Exkurs nun weiter mit openSuSE 11.1 in Verbindung mit KDE 4.3: Ihr werdet feststellen, dass KDE 4.3 den "Factory"-Status besitzt. Das heißt: Das Team hat KDE 4.3 noch nicht als stabile Version ("stable") freigegeben und arbeitet teilweise mit Betaversionen und Release-Kandidaten. Das Team selbst schreibt dazu:

"Das Build Service-Projekt KDE:KDE4:Factory:Desktop bietet Entwicklungspakete von KDE 4.3 an, wie sie zur Zeit auch für openSUSE 11.2 in der Entwicklung sind. Dies sind Betas und Veröffentlichungskandidaten (RCs) des KDE-Projekts, die mit openSUSE-Patches angereichert wurden. Sie sollten größtenteils nutzbar sein, könnten aber Fehler enthalten. Rückmeldungen sind sehr willkommen. Vor allem das Testen auf Regressionen im Vergleich zum STABLE-Depot wird empfohlen.

Um das Risiko zu minimieren, sollten Sie diese Pakte nicht ständig nach jedem Neubau aktualisieren, sondern nur dann, wenn Sie ein Problem haben, von dem bekannt ist, dass es in einer aktuelleren Bauversion behoben ist."

Das hat mich aber nicht davon abgehalten, das Paket zu installieren ;-) Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Nach der Installation der Live-CD erscheint der mittlerweile gewohnte im openSuSE-grün gehaltene Desktop. Bei mir allerdings in der bescheidenen Auflösung von 1024x768 Bildpunkten. Da hat openSuSE wohl meine Grafikkarte erkannt ;-). Klar, weil openSuSE zunächst alle proprietären Treiber, Codecs etc. aus der Version heraushält. Somit fallen auch Grafiktreiber der zwei größten und bekanntesten Herstellers darunter: Nvidia und AMD/ATI. Ich habe in meinem Rechner eine Nvidia-Grafikkarte stecken. Um nun in den Genuss einer besseren Bildschirmauflösung und vor allem der 3D-Fähigkeit zu kommen, musste ich einen passenden Treiber nachrüsten. Dafür bindet man am besten in das openSuSE-eigene Installations- und Systemverwaltungswerkzeug "YaST" das entsprechende Repository ein. Eine Auflistung aller wichtigen Repositories findet ihr hier. Speziell für Nvidia-Grafikkarten nutzt ihr dieses Repository. Wer eine AMD/ATI-Karte nutzt, muss dieses Repository einbauen.

Wenn nun alle neuen Repositories eingebunden sind, macht YaST einen Refresh und bindet alle in den Repositories befindlichen Quellen ein. Danach stehen sie in der YaST-Softwareliste zur Verfügung. Das System erkannte in meinem Fall nun, dass hier der Treiber für eine Nvidia-Karte installiert werden musste und erledigte das quasi von selbst. Unter YaST lediglich die "Weiter"-Taste geklickt - fertig. Im gleichen Atemzug schlug das System noch andere Updates vor, meist Patches, um Sicherheitslücken zu schließen. Nach einem Neustart des Systems musste ich lediglich die neue Auflösung in den Systemeinstellungen auswählen (1440x900), die 3D-Fähigkeit aktivieren. Das war es. Und so konnte ich auch ein paar nette 3D-Desktop-Gimmicks aktivieren. Hier kommt dann das eingebaute Compiz zum Tragen. Wer über die sehr rudimentären 3D-Eigenschaften des Windows-Vista-Desktops zu beeindrucken war, dem eröffnet Compiz völlig neue Welten.
Auf youtube.com zeugen einige Filmchen von der Compizpower wie dieser hier:

My cool KDE 4.1 Compiz Desktop



Desktop-Puristen halten das Ganze eher für sinnlosen Schnickschnack. Doch es verhält sich wie mit der Fernsehsendung im Fernsehen: bei Nichtgefallen einfach nur den Aus-Knopf drücken. Funktioniert mit Compiz genau so.

Ansonsten macht der Desktop einen ordentlichen Eindruck. Mit der Version 4.3 soll nun endlich eine Version Einzug gehalten haben, die für den unbedarften Nutzer wirklich Desktop-tauglich sei, so die KDE-Entwickler: "
With the 4.2 release aimed at the majority of end users, KDE 4.3 offers a more stable and complete product for the home and small office."
Zu Deutsch: Mit dem 4.2-Release zielte KDE weitestgehend auf den Endbenutzer. KDE 4.3 ist nun stabiler und erscheint als komplettes Produkt für das Büro Zuhause.



In der Tat geht die tägliche Arbeit gut von der Hand. Dank der mittlerweile reichlich vorhandenen Software aus den bereichen Multimedia, Office, Internet etc. bleibt kein Tätigkeitsfeld brach liegen. Highlights wie der Musikmanager Amarok, mittlerweile in der Version 2 erhältlich, lassen einen Windows Media Player eher blass aussehen.


Über ein OpenOffice brauche ich wohl nicht weiter auszuholen. Das Büropaket liegt aktuell in der Version 3.1 vor und hält locker mit im Vergleich zu einem Microsoft Office:



Was das 4.3-System angeht, so sind die Factory-Repositries nicht immer erreichbar, was darin resultiert, dass einem zwar die Updates auf dem Desktop angezeigt werden. Wenn man sie aber installieren möchte, erhält man Fehlermeldungen in YaST. Das ist nicht weiter tragisch und wird mit Sicherheit in kürzerer Zeit behoben sein. Es beeinträchtigt auf keinen Fall die tägliche Arbeit unter KDE 4.3 für openSuSE.

Fazit: Diese Linuxversion und auch andere wie Ubuntu/Kubuntu 9.04, Fedora 11 etc. haben mittlerweile einen Reifegrad erlangt, der einem Windows-Vista- oder gar Windows-7-System in nichts nachsteht. Sollte man partout nicht auf sein Windows verzichten wollen, so bietet sich eventuell die Desktop-Virtualisierungsvariante via VMWare oder XEN (openSuSE-Projekt) an. Du kannst Windows XP oder Vista auf dem Linuxdesktop in einem virtuellen PC laufen lassen mit der kompletten Funktionalität. Du brauchst also keine aufwändigen Dual-Boot-Szenarien zu fahren oder Deine Festplatte neu aufzuteilen. Lasse Windows in einer virtuellen Umgebung laufen.

Sonntag, Juli 26, 2009

Windows 7 RC: Vielversprechend

Win7_Desktop

Er läuft. Und alles sieht recht vielversprechend aus. Die Rede ist vom Release Candidate Windows 7, Build 7100. In den letzten Wochen ist bereits viel über Windows 7 geschrieben und geredet worden. Da ist so ziemlich alles gesagt. Ich persönlich war nach der Installation deshalb so erfreut, da Microsoft scheinbar ein Einsehen mit meinem Dilemma hatte: Mein Multifunktionsdrucker hp Laserjet 3015 wurde erkannt ohne Wenn und Aber – auch die Scanfunktion. Das ist unter Vista nicht so. Und selbst den Drucker konnte man nur mit Tricks dazu überreden, unter Vista zu drucken. Der Scanner liegt brach. Deshalb ein dickes Dankeschön nach Redmond. Aber was ich nicht in Ordnung finde: Was sollte die Nummer mit dem Lockangebot “Windows 7 Home Premium für 50 Euro”? Am 15. Juli meldete CHIP Online, dass bei Amazon dieses Angebot bestellbar sei. Und zwar um 09:15 Uhr. Um 09:20 Uhr hieß es in dem Artikel:
Update 09:20 Uhr: Offenbar ist die verbilligte Version für 50 Euro bereits ausverkauft. Wir haben uns bei Amazon erkundigt, wie viele Exemplare überhaupt verfügbar waren und ob mit einem neuen Kontingent von Windows Home Premium Editions zum Vorverkaufs-Preis zu rechnen ist, warten aber derzeit noch auf eine Antwort.

Das nächste Update kam dann um 11:45 Uhr: “Update 11:45 Uhr: Mittlerweile haben sowohl Amazon als auch Microsoft gegenüber CHIP Online ihr Bedauern über den schnellen Abverkauf der 50-Euro-Version geäußert. Zu den zur Verfügung gestellten Mengen wollten jedoch beide Unternehmen keine Angaben machen. Microsoft betonte lediglich, dass die Aktion seit jeher als ‘auf maximal einen Monat limitiert’ beworben worden sei und dass man sich sehr über das große Interesse an Windows 7 freue.

Das verstehe ich nicht ganz. Am 15. Juli geht das Angebot also am frühen Morgen heraus. 5 Minuten später ist das Kontingent verkauft, aber es sei ja ohnehin auf maximal einen Monat limitiert gewesen? Wie bitte? Zwischen “in 5 Minuten ausverkauft” und “auf maximal einen Monat limitiert” liegen immerhin ein paar Tage – grob geschätzt ;-) Tolle Marketingaktion, die aber einen unseriösen Touch hat.

Mittlerweile kann sich jeder die Version für wohl reguläre knappe 120 Euro vorbestellen: bei Amazon oder im Microsoft Store direkt. Auslieferung bzw. Freischalten des Downloadlinks wird der 22.10.2009 sein. Die Version enthält sowohl die 32- als auch die 64-Bit-Version. Übrigens Vorsicht bei der Bestellung im Microsoft Store: Wenn ihr die Downloadvariante inkl. “Sicherungskopie” wählt, verlangt der Laden 11,50 Euro zusätzlich für den Versand der Sicherungskopie via “Maillog”. Somit landet ihr bei einem Preis von knapp 132 Euro.

Wie dem auch sei: Windows 7 ist jetzt schon besser als Vista. Meiner Meinung nach ist das Geld gut investiert.