Sonntag, November 13, 2005

Über Multimedia-Set-Top-Boxen und Barebones

Mein Freund Ralf ist genau so ein Technikfreak wie ich. Immer an der Front, wenn es um neue Errungenschaften aus der IT- und Home-Entertainment-Welt geht. Letztens sagte er mir, dass er sich für eine Mediabox interessiere. Ihr wisst schon, so ein Teil, das man auf den Fernseher stellt, ins heimische Netz einbindet und so alle multimedialen Inhalte (Filme, Musik, Bilder) des PCs auf die Glotze bekommt. Und das Ganze bitteschön auch kabellos. Auf Hochdeutsch heißt das dann „streamen“. Da tummelt sich der ein oder andere Anbieter auf dem Markt.
So brachte sich Ralf letztens so ein Teil vom plus-Markt mit. Ich sag nur: der mit den kleinen Preisen. Jetzt stöhnt mal nicht und schreit: „Das kann ja schon nichts sein!“ Immerhin hat es Aldi geschafft, dass heute jeder voller Stolz erzählt, er beziehe von diesem Discounter fast seine komplette Technik ;-).
Egal, Ralf schließt die Multimediabox bei sich an und – war nicht gerade begeistert. „Hat zwar funktioniert, aber vom Hocker hat’s mich nicht gehauen“, waren seine ehrlichen Worte. Wie denn auch, Ralf. Ist doch alles nur Gefummel und Gestolpere, um den wahren Meister der Formate aus seinem Wohnzimmer heraus zu halten. Ja, ich rede vom PC! Denkt doch mal drüber nach: Da kauft man sich einen neuen DVD-Spieler nach dem anderen, weil man natürlich jeden erdenklichen Codec abspielen können möchte. Neuer Hit: Nero Digital. Ist DivX überlegen und kommt mit Neros Brennsuite frei Haus. Das Problem dieser Hardware ist aber, dass man bei jedem neuen Codec ein neues Gerät braucht. Und: Den neue Musikcodec AAC kann bisher noch kein DVD-Player abspielen. Das bleibt zunächst dem iPOD vorbehalten.
Also sage ich zu Ralf: „Hömma, wie wäre es denn mit einem Barebone?“ Das sind die „kleinen“ neumodischen PCs, die irgendwie wohnzimmertauglich zu sein scheinen: schickes Gehäuse steht da an erster Stelle. Die Wohnzimmer-PCs stattet man dann mit dem Wichtigsten aus wie mit einer 300 GByte großen Festplatte, einer schnellen Grafikkarte mit TV-Ausgang, einer DVB-S/T-Karte und oder einer analogen TV-Karte, mit einer Radiokarte, mit einem DVD-Brenner, mit einer 7.1-fähigen Soundkarte usw. Schon hat man ein Gerät, das im Grunde alle gewöhnlichen HiFi-Komponenten in den Schatten stellt ob der vielfältigen Möglichkeiten, die einem solch ein Gerät bietet. Und für knappe 1.000 Euro bin ich da ganz weit vorne. Für die Kohle soll mir mal jemand eine adäquate Heimkinoanlage zusammenstellen – selten so gelacht.
Aber irgendwie konnte ich Ralle noch nicht so richtig überzeugen. Dafür aber meinen anderen Freund Ramin. Der meinte denn auch: „Mann, Hilmar, Du hast ja richtig Ahnung. Ist immer wieder ein Freude, sich bei Dir Rat zu holen!“ „Tja, Ramin“, erwiderte ich, „das erzähl mal meinem Arbeitgeber. Vielleicht habe ich dann noch eine große Karriere vor mir!“ Seine Antwort: „Alles nur eine Frage der richtigen Kommunikation!“ Na dann.

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