Sonntag, November 20, 2005

Quell des Reichtums

Endlich finde ich mal wieder etwas Zeit, um in mein virtuelles Tagebuch, Neudeutsch: Blog, zu schreiben.
Sacht mal: Geht euch das nicht auch so? Ihr sitzt mit einem Kumpel in der Kneipe und sinniert über das Leben? Na ja, Ralle und ich sinnieren meist über Sinn und Unsinn von Heimkinounterhaltung und IT an sich. Letztens sitzen wir in einem Café und blicken in Richtung Tresen. Da steht ein LCD-Bildschirm, auf dem irgendein MP3-Server-Interface zu bewundern war. "Aha, die befeuern den Laden hier mit MP3s aus dem Netz!", bemerkt Ralf. Da gebe es einen speziellen Dienst, der öffentliche Lokale mit bestimmter Musik für die entsprechende Klientel versorgt. Da kann also jeder zielgruppenspezifische Musik als "Stream" runterziehen. Wow. Sofort fängt es an, bei mir im Hirn zu rattern. "Wäre doch eine gute Geschäftsidee!" Ralf packt sich an die Birne und erwidert: "Junge, das gibt es aber doch schon wie Du siehst! Also aus der Traum von Reichtum und Ruhm durchs Internet!" "Nicht ganz", sage ich. "Schließlich fährt ja auch nicht jeder dieselbe Automarke, oder?" Will sagen: Es gibt soviele Musikrichtungen, da bleibt doch sicher für jeden ein Stück vom Kuchen übrig. Das sieht man doch: Es gibt zigtausend Internetradio-Stationen. Die würde es doch nicht geben, wenn die keine Hörer hätten, oder? Falsch gedacht, Hilmar. Dank DSL kann doch heute Hinz und Kunz seinen Rechner zum Streamserver für MP3s umfunktionieren. Mit 'ner Flatrate kostet das doch keinen Cent mehr. Nur, sollte jeder wissen, dass er normalerweise GEMA-Gebühren abdrücken muss, wenn er denn so etwas ins Auge fasst. Oha, jetzt habe ich aber gerade vielen Hobby-MP3-Streamern den Spass geraubt, was? ;-) Ja, ja, Leute: Wir bewegen uns nicht im rechtsfreien Raum, wenn wir Musik übers Internet verbreiten wollen. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Geldquelle erschließt sich mir dann wirklich nicht.
1. Ich hätte keine Lust, GEMA-Gebühren zu zahlen, wenn ich nicht sicher wäre, ob meine Internet-Geschäftsidee auch wirklich Kohle abwerfen würde.
2. Wer will schon für Inhalte oder eben für Dienstleistungen aus dem Netz bezahlen?
So trinken wir lieber noch ein Bier und suchen weiter nach dem Quell des Reichtums - vergoogelt noch mal.

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