Sonntag, Juli 12, 2009

Wohin soll's gehen? - Eine Navodyssee


Sommer-Urlaubszeit - Navizeit. Zu keiner Saison werden mehr Navigationsgeräte beworben als zu dieser. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht Zettel im Briefkasten stecken (ob im Briefkasten am Haus oder im E-Mail-Postkasten), die die neuen Wegweiser preisen: von der "Ich-zeige-Dir-wo-es-lang-geht"- bis hin zur "Du-musst-eigentlich-nicht-mehr-selbst-fahren"-Version ist alles dabei. Von 99 Euro bis über 400 Euro geht die Preisspanne. Wer soll sich denn da noch zurechtfinden?

In diesem Dickicht stolpert man stets über dieselben Namen: TomTom, Garmin, Becker, Falk, Navigon. Ich möchte hier nicht den zigsten Vergleichstest schreiben, sondern über meine Erfahrungen mit dem TomTom XL IQ Routes™ edition Europe Traffic schreiben. Das Gerät bekommst Du momentan mit am preiswertesten bei Amazon.

Das Navi ist bei mir jetzt seit gut zwei Wochen im Einsatz. Die Feature-Liste liest sich beeindruckend:

  • Plug & Go

  • 4,3-Zoll Bildschirm

  • Fahrspurassistent

  • Sprachfunktion mit Ansage von Straßennamen

  • "EasyPort"-Halterung

  • Intelligente Streckenführung

  • TCM (Stauumfahrung)

Fehlt eigentlich nur noch der Autopilot. Doch Spaß beiseite. Trotz aller beeindruckenden Fähigkeiten soll das Navi eins können: Den Weg finden. Und den finden die Geräte dank im Orbit herumschwirrender Satelliten, im Volksmund auch GPS genannt: Global Positioning System. Und zur eindeutigen Positionsbestimmung braucht es drei Satelliten. Wer hier so technikbegeistert ist und wissen möchte, was es damit auf sich hat, der möge bitte hier bei Wikipedia nachschauen.

Und genau hier liegt bei diesem TomTom der Hase im Pfeffer. Ich muss das Navi fast jeden Tag an meinen PC anschließen, mit der TomTom-Software verbinden und den sogenannten "QuickFix GPS" einspielen. Selbst TomTom empfiehlt, sich diesen QuickFix mindestens einmal pro Woche einzuspielen. Was macht dieser Fix? Er sorgt dafür, dass das Gerät die aktuellen Satellitenpositionen eingespielt bekommt bzw. weiß, wo die Satelliten sich in den nächsten sieben Tagen befinden werden. Wenn es die nämlich nicht hat, passieren zwei Dinge:

  1. Das Navi braucht bis zu 20 Minuten für die Positionsbestimmung

  2. Während der Streckenführung verliert es die Satellitenverbindung je nach Streckenlänge locker bis zu acht mal

Klar, denn es muss diese Positionen ansonsten mühselig suchen. Eigentlich ist das schlicht ein KO-Kriterium, denn wer möchte sich so etwas antun? Ob das bei anderen Herstellern auch so ist? Egal, "Plug & Go" ist in meinen Augen etwas anderes.
Apropos "plug": Was sich die Designer bei den USB-Steckverbindungen zum Gerät gedacht haben, ist mir völlig schleierhaft. Ich schwöre euch, dass ich so etwas Fummeliges noch nie in meinem Leben zu Gesicht bekommen habe. Manchmal stehe ich kurz davor, dass Gerät achtkantig aus dem Fahrzeug zu befördern, so nervig ist die Verbindung des Navis mit der USB-Stromversorgung. Note "ungenügend" für TomTom in dieser Disziplin.

Doch es kommt noch besser: Vor zwei Tagen wurde das Gerät beim Anschluss an meinen PC auch nicht mehr erkannt! Die USB-Verbindung wollte nicht mehr so richtig. Ich probierte es an drei PCs aus. Nichts tat sich. Fehlermeldung "Unbekanntes USB-Gerät". Normalerweise erkennt der Rechner das angeschlossene Navi als TomTom. Es blieb mir nichts anderes übrig, als einen "Reset" des Gerätes durchzuführen, sprich: Das System setzt sich in den Ursprungszustand zurück und all Deine bisherigen Einstellungen gehen dabei verloren. Erst danach war es wieder möglich, das Navi korrekt mit dem PC zu verbinden. Ganz ehrlich: Welcher technisch Unbedarfte soll denn damit klar kommen? Der normale Autofahrer ist nicht unbedingt der Technikfreak. Er möchte das Gerät anbringen, einschalten und loslegen. Was nützt ihm ein Navi, dass mit ihm spricht und sonst noch jeden Schnickschnack beherrscht, aber eben nicht eine saubere Streckenführung, weil das Satellitensignal ausbleibt?

Fazit: Ich habe mir das Trauerspiel lange genug angesehen. Ich mache mich auf den Weg zum Händler, bei dem ich das Gerät gekauft habe. Er darf es wieder haben. Und den Weg dahin finde ich sogar ohne Navi - Gott sei Dank ;-)


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