Donnerstag, November 27, 2008

Sozial vernetzt

Lang, lang ist es her, dass ich hier meinen letzten Beitrag verfasst habe. Leider fehlt mir ein wenig die Zeit, um in meinem Blog kontinuierlich etwas zu veröffentlichen. Doch heute ist es mal wieder soweit. Thema: "Social Networking", auf gut Deutsch: Kontakte generieren und pflegen per Internet. Nicht, dass wir das nicht auch schon zu Zeiten von 56K-Modems in der sogenannten BBS-Ära (Bulletin Board System) konnten. Die digitalen Schwarzen Bretter in den Mailboxforen boten damals eine Menge Platz zum Austoben.
Heutzutage ist das alles etwas schicker: Facebook ist da das prominenteste Beispiel, aber auch Studi/SchülerVZ, Stayfriends und wie sie alle heißen. Diese ganzen sozialen Netze leben letztlich davon, dass wir als Mitglieder sie brav mit Infos von uns füttern wie Fotos, Videos, Kommentaren, Lebenslauf etc. Diese digitalen Poesiealben sind recht nett, mitunter sehr zeitaufwändig in der Pflege, will man up-to-date sein und seiner "Community" zeigen, dass man am Ball ist und auch bleibt. Manch einer wundert sich zuweilen, dass die Informationen, die er dort preisgibt, plötzlich auch an anderer Stelle wieder auftauchen (Google & Co.-Suchmaschinen sei Dank!), findet sich aber damit ab. An dieser Stelle ein guter Rat: Überlegt euch stets, was für Infos ihr preis gebt - vor allem, welche Fotos und welche Kommentare. Denn längst haben Headhunter diese Plattformen als ihre Spielwiese auserkoren und warten beim nächsten Bewerbungsgespräch eventuell mit Infos über einen auf, die einen recht betroffen machen könnten :-).
Auch bin ich der Überzeugung, dass nicht wirklich jeder wissen will, was ich gerade mache. Bei Facebook beispielsweise hast Du die Möglichkeit, in einem vorgefertigten Eingabefeld Deinen aktuellen Tätigkeitsstatus der Facebook-Allgemeinheit kund zu tun. "Hilmar is doing nothing!" ist zum Beipiel sehr aufschlussreich für den Rest der Gemeinde.
Trotzdem: Es ist nett, Teil der "Familie" zu sein. Und es gibt sie, die interessanten Aspekte und Infos. Während des US-amerikanischen Wahlkampfs ließen sich viele Kommentare von der anderen Seite des Atlantiks ausmachen, die sich einen Sieg Barack Obamas so sehr herbeisehnten. Das hätte ich in der Masse und Dringlichkeit nie erwartet. Die Plattform YouTube überliefert uns da recht denkenswerte und vor allem auch amüsante Momente amerikanischer Zeitgeschichte. Von daher betrachtet sind diese Plattformen auch wichtig. Globaler Austausch. Hat was.
Was momentan auch richtig "In" ist: Twitter. Diese Plattform ist die SMS im Web. Echtzeitaustausch mit der Community im Sekundentakt. Zeichenbegrenzung wie bei SMS: 140. Da sollte sich jeder kurzfassen. Und via Twitter Mobile funktioniert das Ganze auch via Internet-fähigem Handy. Da könnt ihr die ganze Welt teilhaben lassen an eurer Freud und an eurem Leid. 24 Stunden. Rund um die Uhr. Wer kann schon soviel Privatleben von anderen verkraften :-)
Aber: Wer an all dem Communityleben nicht teilhaben möchte, der kann es lassen. Ist wie mit dem schlechten Fernsehprogramm: Wer es nicht mehr ertragen kann, sollte den Aus-Knopf am Fernseher drücken - und schon hat das Elend ein Ende und die liebe Seele ruh!

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