Samstag, November 24, 2007

Windows Vista ist installiert

Ja, ich habe es getan: Auf meiner Kiste läuft jetzt Windows Vista. Ich denke, als bekennender PC-Süchtiger musste das jetzt sein. Es ist die Home-Premium-Ausgabe - Aero sollte es dann doch schon sein. Tja, Leute. Da hätte ich mal besser das Kleingedruckte gelesen ... ;-) Mein PC ist nun schon etwas in die Jahre gekommen. Es ist ein Fujitsu-Siemens Scaleo 600 mit einem für damalige Verhältnisse topbestücktem P4 2,4 GHz-Prozessor von Intel. Nicht kleckern, klotzen hieß die Devise. Die Original-Grafikkarte von ATI mit einem Radeon 7200, 64 MB Grafikspeicher hatte ich vor gut einem Jahr bereits gegen eine Radeon 9250 mit 256 MB Grafikspeicher ausgetauscht. Mein Sohn wollte nun mal gerne höherwertige Spiele zocken. Aus 512 MB RAM hatte ich dann auch noch 1 GB RAM gemacht. Für XP reichte das allemal.

Doch Vista ist hier gnadenlos: Nachdem die Home-Edition aufgespielt war, zeigte sich zwar das neue Design, aber der richtige Aha-Effekt wollte nicht aufkommen. Wo war denn nun der viel gepriesene Aero-Desktop, die 3D-Fähigkeit, der bisher noch nie dagewesene Spassfaktor? Vielleicht musste ich ja noch ein paar Schräubchen nachziehen? Also schnell im Web gegoogelt nach "Aero-Oberfläche bei Vista aktivieren". Da fand sich dann der heiß ersehnte Hinweis: "Auf dem Desktop rechte Maustaste klicken und 'Anpassen' wählen. Dann im Menü '"Fensterfarbe- und Darstellung' auswählen und dann den Eintrag 'Windows Aero' bei 'Farbschema' auswählen." Alles klar. Ist meine leichteste Übrung. Nur leider fand sich bei mir im Farbschemaeintrag lediglich "Windows Vista-Basic". Was nun? Die Idee: Der hauseigene Vista-Treiber unterstützt meine Grafikkarte nicht gut gennug. Der sagte mir ja auch etwas von "XDDM" - was immer das auch bedeuten mochte. Doch die fand ich dann sehr schnell heraus: Der "XDDM"-Modus (Windows XP Display Driver Model) ist nämlich die zweite Wahl, was Treiber angeht. Im Gegensatz zu "WDDM" (Windows Display Driver Model) macht die Karte zwar die von ihr geforderte Auflösung inkl. entsprechender Farbtiefe. Das war es dann aber auch. 3D-Fähigkeit in Bezug auf Vista (für Aero etc.) hat sie damit null komma garnix.
OK, dachte ich mir, dann gehste eben auf die ATI/AMD-Seite und ziehst Dir dort den entsprechenden Vista-Treiber für die Radeon 9250, dann wird es schon klappen. Doch zu meiner großen Enttäuschung finde ich dort nix, bis auf einen Hinweis: ATI/AMD unterstützt die Radeon-Grafikchips ab der 9500er-Serie für Vista. Damit war dann mein Traum, die Aero-Oberfläche genießen zu können, bereits zu Ende geträumt. Oder doch nicht? Letzter Versuch, letzter Rettungsanker noch einmal Google: Ich suche danach, ob man evtl. Vista dazu bringen kann, nicht doch Aero aufzufahren, trotz einer Grafikkarte, die offiziell Vista-untauglich ist. Es gibt ihn, diesen Trick. Doch Vorsicht: Das Ganze kann auch nach Hinten losgehen und ihr seht nur noch schwarz, bei Windows ist es aber eher blau ;-)
Kurzum: Als Hardcore-User versuchte ich diesen Trick - leider erfolglos. Im Gegensatz zum Bluescreen machte mein Vista lediglich mit den alten Einstellungen weiter. Welch ein Glück.

Da stand ich nun vor der Entscheidung: Begnüge ich mich mit der Basis-Darstellung oder investiere ich in eine neue Grafikkarte? Mal ehrlich: Wieso kaufe ich mir die Home-Premium-Edition, wenn dann auch die Home-Basic-Variante gereicht hätte? Ihr seht, meine Entscheidung war eigentlich schon gefallen ;-) Und die fiel zugunsten einer ATI Radeon 9550 mit 256 RAM Grafikspeicher. Die hattte denn auch das Ettiket "Vista Certified" auf der Verpackung. Und weil ich schon mal dabei war, legte ich mir auch noch einen zusätzlichen 1 GB-Speicherriegel zu.
Nach den Umbauarbeiten installierte ich Vista erneut. Und siehe da, 3D-Effekte an allen Ecken und Enden. Ich installierte dann noch den hauseigenen ATI/AMD-Treiber (Catalyst) und ab ging die Post. Die zusätzlichen 1 GB brachten nochmal einen Leistungsschub. Ich investierte letztlich 100 Euro in diesen älteren PC und komme ganz gut zurecht.
Ach übrigens, mein Freund Uwe, IT-Manager von Beruf, sagte mir, dass mit Einführung von XP genau der gleiche Rotz mit den Treibern existierte. Man neige nur gerne zur Verdrängung, was das angehe. XP sei jetzt sechs Jahre auf dem Markt und da habe das OS eben einen Reifegrad erlangt, den man bei Vista natürlich vermisse.
Ich denke, er hat recht. Was ich aber trotzdem nicht verstehe, warum namhafte Firmen wie HP oder auch Lexmark für ihre älteren Druckermodelle keine Vista-Unterstützung mehr liefern, sprich, keine Treiber für ältere Modelle anbieten. Beispielsweise gibt es für meinen Lexmark-Tintenstrahldrucker Z45 keinen entsprechenden Vista-Treiber. Und mein HP Scanjet 2100c wird auch nicht mehr unterstützt. So schafft MS neue Einnahmequellen für Hardwarehersteller. Ein gut funktionierendes Marktmodell.

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