Ich sagte mir: "Ok, vorher hatte ich eine 6 MBit-Leitung zu diesem Preis. Wenn es denn nun 10 sind, ist mir das nur recht. Wird ja wohl irgendwann eine höhere Leistung erzielen können, diese Leitung."
Vor ca. 2 Wochen dann surfte ich auf der Versatel-Homepage vorbei und stellte fest, nach Eingabe der Postleitzahl und Straße, dass bei mir 16 MBit funktionieren müssten. Also: Anruf bei der Hotline und mal kurz fallen lassen, dass ich nun schon seit Monaten für eine 16-MBit-Leitung zahle, aber lediglich 10 MBit empfange bzw. geschaltet ist.
Das hätte ich lieber gelassen, denn nun nahm das Elend seinen Lauf:
Die Versatel-Technik legte den Schalter um und zack hatte ich eine 7,5-MBit-ADSL-1-Verbindung. Operation gelungen, Patient tot.
Ein Anruf von der Technik ließ mein Blut in Wallungen geraten: "So wie es scheint, unterstützt ihr Endgerät kein ADSL2. Daher kann ich nicht mehr als die 7,5 MBit schalten", klang es aus dem Telefonhörer. "Guter Mann", erwiderte ich, "das kann nicht sein, denn vor Ihrem Eingriff hatte ich 10 MBit auf einer ADSL2-Leitung. So etwas sagt mir meine FritzBox!"
"FritzBox" war dann das Stichwort: "Ach, setzen Sie denn nicht die von uns original mitgelieferte Hardware an Ihrem Anschluss ein?" "Nein", antwortete ich. "Die taugt und kann nichts!" Ich möchte die Konversation an dieser Stelle nicht weitergeben, da im Verlauf derselben meinerseits recht unschöne Worte fielen, die ich hier nicht erneut wiederholen möchte. Nur soviel: Die andere Stimme am Telefon machte mir klar, dass, solange ich nicht die Originalhardware anschließe, mir auch kein Support im Rahmen des Vertrages zustehen würde. Auch mein Hinweis, dass Versatel ja eigens auf ihrer Homepage genau meine FritzBox 7270 an Endkunden verkaufen würde, verhallte kläglich. Denn: "Tja, Sie haben die FritzBox aber nicht bei uns gekauft, wie Sie mir sagten."
Gut, technisch gesehen haben die Versatel-Hotline-Mitarbeiter den größten Blödsinn von sich gegeben, vertragsrechtlich waren und sind sie wohl im Recht.
Also habe ich die Originalhardware angeschlossen und siehe da, die Werte blieben die gleichen. Welch ein Wunder, welch eine Überraschung. Wie konnte das wohl sein? ....
Ein erneuter Anruf bei der Hotline brachte nur noch ein erstauntes "Mmmh, was kann das denn sein" hervor. Ich entgegnete: "Nochmal: Sie haben an der Leitung, an dem Port herumgefuchtelt. Seit dem ist die Verbindung auf 7,5 MBit gerutscht!" Der Techniker am anderen Ende der Leitung war wohl mit seinem Latein am Ende und bot mir an, einen Techniker zu mir heraus zu schicken. "Falls er aber herausfindet, dass es an Ihrer Endgerätekonstellation liegt, müssen wir Ihnen das in Rechnung stellen!" Natürlich. Am Ende, das wissen wir alle, ist der Kunde nicht König, sondern der Dumme. Egal. Ich war mir meiner Sache sicher, dass es an der verkorksten Leitung lag.
Der Tag der Wahrheit war da. Freitag, nicht der 13te, sondern der 29te! Der Techniker der Versatel trudelte ein. Auf dem Weg zum Tatort schilderte ich ihm, was bisher passiert war. Seine erste Reaktion: "Was? Das, was Sie mir hier schildern, hätte ich sehr wahrscheinlich per Telefon erledigen können!" Seine zweite Reaktion, als er meine FritzBox 7270 sah: "Oho, feines Gerät haben Sie da. Die kann ja sozusagen alles!" Ach nee. Ich sagte ihm, dass die Kollegen an der Hotline sich strikt geweigert hätten, darauf einzugehen. Sie bestanden darauf, dass ich die Originalhardware wieder anschließe.
Er rief seinen Technikkollegen an und brachte es nochmal an den Tag: Es ist das falsche Profil für meinen Account eingestellt. Nach mehreren Versuchen steht die Leitung wieder. Doch Moment: Es ist wieder "nur" eine 10,5-MBit-Leitung: "Mehr würde ich nicht einstellen wollen, denn dann wird die Verbindung instabil", erklärte mir der Techniker. Das war nun für mich der Zeitpunkt, an dem ich beschloss, diese Chronik der Inkompetenz zu dokumentieren. Versatel ködert also auf seiner Homepage potentielle Kunden in meiner Straße mit dem Versprechen, eine 16-MBit-Leitung zur Verfügung stellen zu können. Praktisch sieht es dann so aus, dass aus den 16 MBit knappe 11 MBit werden. Aber der Provider ist rechtlich gesehen aus dem Schneider, denn laut Vertrag garantiert Versatel bis zu 6 MBit. Der Rest ist Zugabe. Doch fairerweise muss man sagen, andere Anbieter sind da keinen Deut besser!
Ein Anruf bei der Telekom ließ mich wissen, dass mit einem Telekom-Anschluss wohl 16 MBit drin seien. Aber das behauptete die Versatel-Webseite auch ;-). Mal sehen, zu welchem Provider es mich treiben wird. Versatel reicht mir jedenfalls. Kleiner Tipp noch: Den Vertrag um Gottes Willen nicht einfach kündigen. Denn dann fallen die zugewiesenen Telefonnummern nach Beendigung des Vertrags weg. Immer einen Wechselvertrag beim neuen Anbieter anstreben. Der setzt sich dann mit dem Vorgänger auseinander, der dann nämlich die Rufnummern herausgeben muss!
Aber wie heißt es so schön? Wenn Du denkst, es geht nicht schlimmer, schlimmer geht immer! In diesem Sinne: frohes Surfen.
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