Sonntag, April 04, 2010

Glaubenskrieg?

Mein Sohn ist 14 Jahre alt. Und wie sein alter Herr ist er ein ziemlicher Nerd, was PC und Unterhaltungstechnik angeht. Nun steht die Konfirmation ins Haus. Und natürlich stellt sich meinem Sohn nur eine Frage. Nein, nicht die nach dem geeigneten "Konfispruch". Das war in einer Minute erledigt. Er fiebert eher der Frage entgegen: "Bekomme ich genug Geld zur Konfirmation geschenkt, um mir ein ordentliches Notebook zu kaufen?" Unter "ordentliches Notebook" versteht er ein Macbook und zwar dieses! Und schon wären wir beim Thema "Glaubenskrieg". Es hat nichts mit der Konfirmation zu tun. Die Frage nach dem Glauben ist da schon hinreichend geklärt.
Nein, hier geht es um die Frage, ob ein Macbook wirklich nötig ist oder eben nicht. Eins ist klar: Betrachtet man die reine Hardware, so scheint jedes Notebook um die 500 Euro besser ausgestattet zu sein als das Einsteiger-Macbook für 850 Euro. Von der Warte aus betrachtet sollte der Kopf die Entscheidung zugunsten des Windows-Notebooks treffen.

Der Tag der Konfirmation ist vorbei, das Macbook ist im Haus. Mein Sohn hat sich das Teil gegönnt. Das Geld reichte ;-) Und es hat eben die schlichte Kopfentscheidung nicht gereicht. Einige Besuche beim MediaMarkt führten zur Pro-Macbook-Entscheidung. Dort steht die Macbook-Familie stets zum Test bereit. Look&Feel, Einfachheit in der Bedienung, Geschwindigkeit beim Hochfahren des Betriebssystems, Geschwindigkeit beim Arbeiten, lange Akkulaufzeit etc. standen am Schluss ganz deutlich auf der Haben-Seite gegenüber einem Windows-Notebook. Das Macbook macht einfach Spass. Alles funktioniert sofort, die Hardware scheint sauber mit der Software abgestimmt. Kein Holpern, kein Stolpern. Rechner hochfa
hren (max. 15 Sekunden) und los geht's. Für jahrelange Windowsnutzer schlichtweg eine Offenbarung. Doch die Wunderwaffe ist das Multifunktionspad. Das Teil trägt klar die Handschrift genialer Apple-Entwickler, die scheinbar selbst mit den hauseigenen Geräten arbeiten. Das Gefühl hat man bei Windowsrechnern nicht immer unbedingt. Mit Zeige- und Mittelfinger scrollen, Bildausschnitte zoomen, Objekte drehen etc. Und die Fläche des Pads ist ausreichend groß, so dass keine Fingerakrobatik von Nöten ist. Ein weiteres Highlight des Einsteiger-Macbooks: die integrierte Webcam. Das Teil liefert eine Qualität, die ich so bisher noch nicht erlebt habe bei integrierten Cams. Via Skype sendet die Webcam ein gestochen scharfes Bild.
Die vorinstallierte Software iLife mit den Produkten iPhoto, iMovie, iWeb, iDVD sowie GarageBand ist top. Hier hat meiner Meinung nach die Windowswelt nichts adäquates zu bieten, es sei denn, man gibt eine Menge Geld aus. Zusätzlich hat mein Sohn
noch die Officesuite iWorks gekauft, das Pendant zur Microsoft-Office-Suite - nur mal wieder etwas genialer gelöst. Und das für weniger Geld! Bei Amazon ist das Paket für € 65,90 erhältlich: http://bit.ly/bBZyJK. Zum Vergleich: MS Office 2008 für Mac kostet € 88,50: http://bit.ly/bENvb2 in der Schüler- und Studentenversion.

Leider aber kommt man so ganz ohne Windows doch nicht aus. Auch mein Sohn nicht. Er hat ein paar Lernprogramme von Cornelsen. Die laufen nur unter Windows. Deshalb hatten wir zunächst via Bootcamp Windows zusätzlich zu MacOS X auf dem Macbook installiert. Der Nachteil: Man muss sich stets beim Booten zwischen Windows oder MacOS X entscheiden. Das mag man nicht, wenn ma einmal auf den Macgeschmack gekommen ist.
Jetzt haben wir folgende Variante gewählt: VirtualBox 3.1.6 für OS X hosts. Mit dieser Virtualisierungssoftware kannst Du Windows XP, Vista oder sogar 7 in einer Macumgebung laufen lassen, ohne eben MacOS X verlassen zu müssen. Ist jetzt alles eingerichtet, passt und läuft. Somit wäre auch das Problem ganz schlank und entspannt gelöst.

Für mich ist eins klar: Mein nächstes Notebook ist auch ein Macbook. Dauert wohl noch etwas, aber diese Entscheidung steht fest.

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