
Gesagt, getan. Auf zu MediaMarkt (ist sein Laden :-)), zielstrebig die Druckerabteilung aufgesucht und einen HP OfficeJet 4500 gekauft.
Nun, kaufen ist das eine. Anschließen und zum Laufen zu bringen aber das andere. Dabei war mein Vater noch so pfiffig, den Verkäufer bei MM zu fragen, ob denn auch eine Treiber-CD für Windows 7 dabei sei. "Natürlich", versicherte ihm der Mann. Und das stimmte auch. Was mein Vater aber nicht so ganz mitbekommen hat, ist die klitzekleine Tatsache, dass auf seinem Notebook Windows 7 in der 64bit-Version installiert ist. Das habe ich ihm zwar kurz nach Kauf dieses Teils erläutert. Aber, hey, was erwarte ich von einem 74-jährigen Mann, der froh ist, dass er das Gerät halbwegs bedienen kann. Soll er sich allen ernstes auch noch schlau machen, was es mit 32- und 64bit auf sich hat? Ich Vollpfosten.
Die Win7-Treiber- bzw. Software-CD war dabei. Soweit war die Information des Verkäufers vollkommen korrekt. Aber natürlich NICHT in der 64bit-Version. Also klappte das mal nicht so mit der Installation des Multifunktionsgerätes.
Ein Anruf beim "Support" (das bin stets ich!) sollte zum gewünschten Erfolg führen. Meine erste Frage, nachdem er mir erklärte, dass die Installation gänzlich fehl schlug, lautete: "Hast Du denn einen 64bit-Treiber für das Gerät?" Betretenes Schweigen am anderen Ende der Leitung. Nach ein paar Sekunden hatte mein Vater die Fassung wieder erlangt. "Wie? Was? 64bit? Wieso? Habe gefragt, ob eine Windows-7-Treiber-CD dabei sei." "Ja, ja", erwiderte ich. "Das war schon der richtige Schritt. Nur erinnerst Du Dich, als ich Dir sagte, dass Du jetzt ein 64bit-Windows-7 auf Deinem Rechner hast?" Natürlich wusste er nichts mehr davon. Wie auch? Wovon man keinen blassen Schimmer hat, was einem sein Gegenüber gerade erzählt, da tut man lieber so, als ob alles klar sei, nickt höflich und wissend. Gut ist.
"OK, dann musst Du Dir jetzt die Software bei HP von der Webseite herunterladen. Dann sollte es funktionieren." Kaum hatte ich diesen heißen Tipp ausgesprochen, fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren: Mein Dad wohnt sehr ländlich. Seine Internetleitung bewegt sich im Rahmen von 384kbit Downloadstream. Die HP-Datei war locker über 300 MB groß. Sehr wahrscheinlich würde er jetzt noch vor dem Rechner sitzen und auf die Datei warten, wenn mir nicht die geniale Idee gekommen wäre, diese Datei für meinen Vater Zuhause herunterzuladen, sie auf eine CD zu brennen und ihm diese dann per Post zu schicken. Klar, das dauerte bestimmt länger, als wenn er selbst zwei Tage für das Herunterladen gebraucht hätte. Aber er hat ja obendrein noch eine Volumenbegrenzung bei seinem Provider! Ob diese ausgereizt war, wusste ich nicht. Also ging ich lieber auf Nummer Sicher.
Die CD kam dann auch an, und mein Vater machte sich sofort daran, einen erneuten Installationsversuch zu starten. Wieder ein Fehlschlag. Nun weiß ich nicht genau, woran es dieses Mal lag. Kann natürlich sein, dass mein Vater nicht registriert hatte, dass die Datei auf der CD eine sich selbst entpackende Exe-Datei war, die sich zunächst in einen vordefinierten Ordner entpackte und erst dann "setup.exe" aus diesem Ordner heraus gestartet werden konnte. Egal. Es half in diesem Falle nur die Vor-Ort-Betreuung.
Also raus aufs Land. Mein erster Eindruck vom Drucker: nicht schlecht. Hat Vati sich mal wieder etwas gegönnt. Schade, dass er den Luxusschlitten bis dato nicht fahren konnte. Ich machte mich also ans Werk. HP-Datei in einen Ordner entpackt, den ich definierte. Den voreingestellten hätte man im Leben nicht wieder gefunden. Dann die "setup.exe" aufgerufen und - "Sie verwenden nicht das korrekte Betriebssystem. Sie brauchen Windows 7 64bit!", erschien es auf dem Bildschirm. "Wie bitte? Willst Duch mich, liebe Installationsroutine, ver*****??", fluchte ich zurück. Und Du kennst diese Momente, in denen Du anfängst, mit dieser verblödeten Kiste zu sprechen, sie zu verfluchen und ihr natürlich zeigen willst, wer der Boss ist? Ich setze Linux seit SuSE 4.0 ein, ich kenne so ziemlich alle Linux-Derivate von SuSE über Ubuntu bis hin zu Fedora etc. Ich erstelle Webseiten, fahre auf meinem MacBook in einer Virtualisierungsumgebung Win XP sowie Ubuntu 10.04. Und Du, Windows-7-Notebook-Wicht, willst mich herausfordern? Nimm dies! Und ich machte den rechten Mausklick auf die "setup.exe" und wählte den Eintrag "Als Administrator ausführen". Und siehe da, plötzlich schnurrte die Installation wie ein Kätzchen. Alles wurde installiert, selbst die Drahtlos-Druckfunktion konnte ich implementieren (Wäre übrigens der nächste Hürdenparcour für meinen alten Herrn geworden, wobei ich mir sicher war, dass er überhaupt nicht wusste, dass dieser Drucker drahtlos-tauglich war). Alles lief danach bestens. Und mein Vater kann jetzt drucken, ohne mit dem Teil per USB verkabelt zu sein, was ja bei Nutzung eines Notebooks richtig viel Sinn macht.
Doch mal ehrlich: Ist das nicht ein Wahnsinn? Das ist also die Vielerorts immer wieder beschworene "einfache Installation" von Hardware? Eine Frechheit ist das. Das hängt doch jeden Normalnutzer ab! Egal, ob 74 oder 30. Wer keine Ahnung von der Materie an sich hat, der ist auf verlorenem Posten.
P.S: Nachdem der Drucker installiert und im WLan eingebunden war, rief ich auf meinem MacBook Pro ein Dokument auf, drückte die Tastenkombi "cmd"+"P" (ruft den Druckbefehl auf). Sofort konnte ich diesen Drucker auswählen und das Dok drucken! Keine weitere Treiberinstallation nötig oder sonst irgendeinen Krampf zu stemmen. Hallo Windows/Microsoft? Merkt ihr was?
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